exomed GmbH – Veterinärlabor

Parasiten von Landschildkröten


Vorkommenshäufigkeit von gastrointestinalen Endoparasiten bei herbivoren Landschildkröten in Deutschland

Limitiertes Platzangebote sowie bestimmte parasitären Stadien, aber auch Haltungsfehler machen in Gefangenschaft gehaltene Landschildkröten anfällig für sog. gastrointestinale Endoparasiten (Innenparasiten, z.B. Einzeller und Würmer). Obligat krankmachende Parasiten (Spulwürmer, Oxyuriden, Hexamiten) sollten von fakultativ krankmachenden (Darmflagellaten und -ziliaten, Amöben, Blastozystis) in regelmäßigen parasitologischen Untersuchungen abgegrenzt werden. Letztere kommen natürlicherweise im Gastrointestinaltrakt von herbivoren Landschildkröten mit einem geringgradigen bis moderaten Befall vor (Kommensalen), führen jedoch unter bestimmten Bedingungen zu äußerlich sichtbaren Krankheitssymptomen, werden dann in erhöhter Anzahl ausgeschieden und spielen auch nur dann eine therapeutische Rolle. Massive Oxyuriden-Infektionen führen jedoch zu klinischen Symptomen wie Fressunlust und wässriger Diarrhö, Gewichtsverlust und sogar perakutem Versterben. Jungtiere (<5a) scheinen anfällig für Oxyuridose zu sein. So tritt dieses Krankheitsbild als Faktorenkrankheit häufig assoziiert mit Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen und Panzerweiche auf. So sollte Oxyuridose bei herbivoren Landschildkröten als wichtige Parasitose angesehen werden. Des Weiteren kommen die diverse andere Endoparasitosen ebenso vor. So ist beispielweise eine Infektion mit Askariden auf Grund der Körperwanderung für den Wirt als problematischer anzusehen als jene mit Oxyuriden, auch die Vorkommenshäufigkeit für fakultativ pathogene Endoparasiten sind relativ hoch und liegen in eigenen Untersuchungen vor: Flagellaten (21,68%), Nyctotherus sp. (7,27%), Balanditidien (6,29%) sowie Blastozystis sp. (6,29%). Infektionen mit obligat bis fakultativ krankmachenden parasitären Spezies sind in einer parasitologische Untersuchung vor dem Einbringen neuer Tiere in den Bestand oder einem neuen Besitzer als obligatorisch anzusehen. Ebenso sollte die parasitologische Untersuchung bei herbivoren Landschildkröten auf Grund der hohen Prävalenz jährlich einmal vor und einmal nach der Winterruhe erfolgen.

Spulwürmer, diese konnten bei einer Sektion nachgewiesen werden.
adulter Oxyuride: Insbesondere bei Massenbefall können diese Würmer problematisch sein!