Cryptosporidienbefall bei Schlangen und Echsen

 

Cryptosporidien gehören zu den Einzellern, genauer gesagt zu den Apikomplexa („Sporentierchen“). Sie sind weltweit verbreitet und können eine breite Palette von Lebewesen infizieren. Nach derzeitigem Wissenstand werden Reptilien jedoch nur von C. saurophylum und C. serpentis infiziert, wobei erstere Spezies bevorzugt im Darm des Wirtes lokalisiert ist, während letztere Spezies vorrangig im Magen parasitiert.

Insbesondere in Kotproben carnivorer Reptilien können zusätzlich auch weitere Cryptosporidien- Spezies nachgewiesen werden, die als Parasiten der warmblütigen Futtertiere bei Echsen und Schlangen keine Krankheitssymptome auslösen (Darmpassanten). Eine Speziesunterscheidung der Cryptosporidien ist unter routine- labordiagnostischen Gegebenheiten leider nicht möglich, sondern verlangt Spezialmethoden (PCR). Die Ansteckung erfolgt durch die orale Aufnahme von Oozysten (=Entwicklungsstadium der Sporentierchen) aus der Umwelt, z.B. bei direktem Kontakt mit Exkrementen oder kontaminiertem Trinkwasser. Eine Infektion überinfizierte Futtertiere ist unwahrscheinlich, es sei denn sie hatten vorherigen Kontakt mit infektiösem Material. Sie können also als Vektoren dienen, wenn ein verschmähtes Futtertier ein zweites Mal angeboten wird. Die krankmachende Potenz von Cryptosporidien hängt sowohl von Parasiten - und Wirtsspezies als auch von Umweltfaktoren (Haltungs- und Ernährungsbedingungen) und besonders vom Immunstatus der Reptilien ab. Daher können Reptilien über Jahre infiziert sein und infektiöse Oozysten ausscheiden, ohne dass es sichtbare Krankheitsanzeichen gibt. Demgegenüber stehen seuchenartige Verläufe mit hoher Ansteckungs- und Todesrate. Als Krankheitsanzeichen fallen fehlende Nahrungsaufnahme, Erbrechen von Futtertieren innerhalb von 3-4 Tagen nach Nahrungsaufnahme, deutliche Verdickung des Leibesumfangs im Magenbereich bei Schlangen, chronischer Körpermasseverlust, schleimiger, gelbgrüner bis grauer, faulig riechender Kot auf.

Geeignetes Untersuchungsmaterial für die Cryptosporidiendiagnostik sind ausgewürgte Futtertiere, Magenspülproben und Kotproben. Eine kausale Therapie mit Erregerelimination ist derzeit nicht möglich. Durch verschiedene Medikamente kann einem Tier jedoch soweit geholfen werden, dass die Erregervermehrung deutlich vermindert wird. Durch begleitende Therapiemaßnahmen ist es oft möglich, dass der Patient keine Krankheitsanzeichen mehr zeigt. Dieses Tier stellt dann aber eine Ansteckungsquelle für weitere Reptilien dar. Vorbeugend sollte unbedingt eine 3-monatige Quarantäne bei allen Neuzugängen eingehalten werden. Als Desinfektionsmittel eignen sich ammoniumhaltige Verbindungen, die über mehrere Stunden einwirken müssen. Diese sind jedoch für viele Reptilienspezies stark toxisch, so dass diese nicht mit Desinfektionsmittelrückständen in Kontakt kommen dürfen. Die Oozysten werden auch durch thermische Desinfektion (Dampfstrahler) oder durch Austrocknung abgetötet.

 

 

 

   
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