Desinfektion – Käfig und Terrarium

Desinfektion von Heimtierkäfig und Terrarium

Desinfektion gegen Parasiten:

Wenn der positive Befund auf Parasiten beim Haustier vom Labor kommt, stellen sich viele die Frage, wie sie die lästigen Bewohner am besten und schnellsten wieder loswerden! Wir wollen einen Überblick über die gängigen Desinfektionsverfahren vor allem in der Käfighaltung oder Terrarien-Haltung liefern:

Warum das Gehege oder Terrarium desinfizieren?

Vor allem bei einem Parasitenbefall sollte man desinfizieren. Man muss auch bei den Parasiten zwischen den „inneren“ Parasiten (Endoparasiten) und den „äußeren“ Parasiten (Ektoparasiten) unterscheiden. Beide Parasiten-Gruppen können die Umwelt mit verschiedenen Stadien kontaminieren und sind dann ansteckend für die Tiere, die für die Parasiten die Wirte darstellen. Sie werden außerdem unterschiedlich bekämpft. Wir beschränken uns in diesem Artikel auf die Bekämpfung der Endoparasiten, also Parasiten, die vorrangig im Magen-Darm-Trakt parasitieren.

Viele Endoparasiten können Dauerstadien (z.B. Wurmeier oder bei einzelligen Parasiten sogenannte Zysten) ausbilden, die in der Umwelt besonders resistent gegenüber äußeren Einflüssen sind und die mit einer wirksamen Desinfektion bekämpft werden müssen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Auch eine Reinfektion (erneute Ansteckung nach erfolgter Elimination) mit den ausgeschiedenen Parasitenstadien, will man so verhindern.

Zu diesen Dauerstadien zählen unter anderem Zysten, Oozysten („Eier“) und Sporozysten von Protozoen (einzelligen Parasiten), aber auch Eier von Trematoden (Saugwürmer) und freilebende infektiöse Larven von anderen Würmern (z.B. Strongyliden).

Die Dauerstadien stellen für Tiere und Menschen ein enormes umwelthygienischesProblem dar, da sie zu Infektionen führen können. Von besonderem Interesse sind die Erreger (z.B. Echinokokken, also der Fuchsbandwurm/Hundebandwurm) von Zoonosen (Erkrankungen, die von Tieren auf Menschen übertragbar sind).

Woher kommt die hohe Tenazität (Resistenz gegen Umwelteinflüsse) dieser Parasitenstadien?

Die Antwort auf diese Frage findet sich im Wandaufbau der verschiedenen Parasiten-Stadien wieder: Beispielsweise sind Giardia-Zysten (auch „Giardien“; einzellige Parasiten) aus mehreren Protein-Schichten, einer äußeren Schicht aus Galactosamin und zwei inneren Membranen aufgebaut.

Der Wandaufbau macht diese Parasitenstadien sehr stabil gegenüber verschiedenen Umwelteinflüssen, wie zum Beispiel Hitze, Trockenheit oder eben Desinfektionsmitteln. Die Konsequenz für die Bekämpfung ist, dass in vielen Fällen eine komplette Entfernung aller Parasitenstadien kaum oder nur schwer möglich ist. Man muss für verschiedene Parasiten-Gruppen somit verschiedene Mittel zur Bekämpfung verwenden, denn nicht alle Mittel helfen gegen alle Parasiten! Hier ist eine Beratung beim Tierarzt oder beim Labor enorm wichtig, damit die nachgewiesenen Parasiten auch gezielt bekämpft werden.

Auch die Eier von Würmern (Helminthen), die zeitweise außerhalb ihres Wirtes überleben müssen, haben einen speziellen eigenen Wandaufbau, der sich bei den verschiedenen Wurmarten unterscheidet. Somit sind die Eier verschiedener Würmer unterschiedlich resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Hierbei sorgen stabilisierende Proteine (Keratin, Sklerotin, Elastin) und Lipide in den Eihüllen für einen stabilen Bau. Die Lipide im Wandaufbau sorgen für eine gewisse Resistenz gegen gewisse Chemikalien (z.B. Desinfektionsmitteln auf Alkoholbasis). Bei Nematoden-Eiern (Fadenwürmer) kommt zusätzlich noch Chitin unterstützend hinzu.

Desinfektionsverfahren gegen Parasitenstadien, aber auch gegen andere Krankheitserreger (z.B. Bakterien/Pilze/Viren)

Man unterscheidet bei der Desinfektion physikalische von chemischen Verfahren. Während bei der physikalischen Desinfektion die schädliche Wirkung physikalischer Kräfte gegen Erreger zu ihrer Abtötung verwendet werden, bedient man sich bei der chemischen Desinfektion verschiedener Substanzen unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung.

Physikalische Desinfektionsverfahren

Bei der physikalischen Desinfektion greift man nicht zu chemischen „Desinfektionsmitteln“, sondern bedient sich der schädigenden Wirkung bestimmter physikalischer Kräfte (z.B. Temperaturen oder Trockenheit) gegenüber Parasitenstadien. Zu beachten ist jedoch, dass nicht alle Parasiten gegen dieselben Umwelteinflüsse empfindlich reagieren. In der Regel gibt es für die gängigen Parasiten Empfehlungen von Tierärzten, wie man sie idealerweise bekämpft.

  • Reinigung
    Ob Stall, Terrarium oder Katzenklo, eine gründliche Reinigung der Oberflächen, mit denen unsere Haus-& Nutztiere in Kontakt kommen, ist dringend notwendig, bevor man weitere Desinfektionsverfahren anwendet. Vorheriges Einweichen für einige Zeit mit ein wenig Wasser kann den Effekt verbessern. Anschließend werden die Keime mit warmem oder kaltem Wasser aus ihrer Trägersubstanz (z.B. Schmutz) herausgelöst, um sie für eine nachfolgende Desinfektion zugängig zu machen. In landwirtschaftlichen Betrieben hat sich die Anwendung von Hochdruckreinigern bewährt, die Oberflächen der Stalleinrichtungen gründlich reinigen, bevor eine Desinfektion aufgetragen wird. Für die Klein- und Heimtierhaltung finden diese Geräte auf Grund der Kosten in der Regel keine Anwendung.

  • Erhitzen
    Temperaturen von 60-100°C töten nicht nur Parasiten-Stadien, sondern auch Bakterien, Viren und Pilz-Stadien innerhalb von Minuten ab. Welche Erreger bei wie viel Grad ab welcher Zeit effektiv abgetötet werden, muss individuell für den Erreger betrachtet werden. Die Desinfektion über Hitze stellt das wichtigste physikalische Desinfektionsverfahren dar!

    Beispielsweise können viele Gegenstände in der Heimtierhaltung (z.B. Verstecke, Rückzugsmöglichkeiten und Näpfe) im Backofen erhitzt werden. Selbstverständlich kann man nicht alle Gegenstände in den Backofen legen, aber hitzeresistente Materialen wie Tontöpfe kann man im Ofen recht simpel „abflammen“. Es empfiehlt sich, den Prozess auf Grund der Brandgefahr im Auge zu behalten und die Gegenstände schon beim Kauf so zu wählen, dass man sie einfach reinigen und im Ofen erhitzen kann (also Plastik als Material meiden!).

    Auch Wurzeln und Holzgegenstände können unter Beobachtung bei Temperaturen bis 180°C für 45 Minuten im Backofen behandelt werden. Kleinere Risse können jedoch dazu führen, dass nicht alle Erreger abgetötet werden. Wenn die Rückwände von Terrarien entfernbar sind, kann man auch diese für eine an das Material angepasste Zeit und Temperatur in den Ofen legen.

    Beispielsweise werden Enzephalitozoon cuniculi-Sporen (Dauerstadien der Erreger der sogenannten „Sternguckerkrankheit“ bei Kaninchen) nach 5 Minuten bei 100°C vollständig abgetötet, wenn man die Einrichtung vom Käfig in den Ofen legt oder die Näpfe bei den Temperaturen abkocht. Bei dieser Krankheit gilt es vor allem den Urin, über den die Sporen ausgeschieden werden, zu entfernen.

    Das „Übergießen“ von Oberflächen mit heißem oder siedendenWasser ist leider nicht ausreichend, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Kleinere Gegenstände (z.B. kleine Näpfe) können jedoch für 15 Minuten in kochendes Wasser gelegt werden, soweit sie hitzeresistent sind. Je nach Belieben können einige Einrichtungsgegenstände auch in der Spülmaschine mit einem geeigneten Programm mitlaufen.

    Für die Heimtierkäfige oder die Terrarien-Haltung von Tieren gibt es schon kleinere Varianten von den Dampfstrahlern, die in der Nutztierhaltung zur Desinfektion der Ställe verwendet werden. Beispielsweise ist die „Dampfente“ bei vielen Haltern/Halterinnen sehr beliebt. Sie ist eine kleinere und kostengünstigere Version und erzeugt wie die großen Dampfreiniger heißen Dampf, der verschiedene Erreger abtöten kann. Die Dampfente ist handlich, erreicht ungefähr 150°C und kann ihren Dampf auf die Einrichtung und den Heimtierstall (ohne Bewohner!) abgeben. Auch andere Dampfstrahler lassen sich im Online-Versandhandel einigermaßen kostengünstig erwerben.

    Textilien (z.B. Kissen oder Polster für Heimtiere) können bei geeignetem Programm in der Waschmaschine (>60°C) gewaschen und getrocknet werden. Man kann sie ebenfalls mit dem Staubsauger absaugen, um eventuelle Parasiten-Stadien zu entfernen.

  • Gefrieren
    Auch Kälte tötet einige Erreger ab. Jedoch sind die gewöhnlichen Tiefgefrier-Temperaturen von -18 °C bis -20°C nur beschränkt wirksam, denn viele Parasiten-Stadien weisen eine hohe Tenazität (Fähigkeit unter nicht optimalen Bedingungen zu überleben) gegenüber Kälte auf. Beispielsweise überleben Toxoplasma-Oozysten (Eier) 4 Monate lang bei -4°C! Dieses Verfahren ist somit wenig praktikabel.

  • Trocknung
    Auch durch Trocknung lassen sich einige Parasiten Stadien abtöten, allerdings ist auch dieses Verfahren für eine alleinige Desinfektion eher zu vernachlässigen. Trotzdem kann man zusätzlich Parasiten-Stadien durch Trocknung abtöten, wenn man nach der Reinigung die nassen Einrichtungsgegenstände beispielsweise vor die Heizung stellt.

  • Bestrahlung:
    Ob nichtionisierende Strahlen (UV-Strahlung) oder ionisierende Strahlen (z.B. Gamma-Strahlung), hiermit lassen sich auch viele Erreger effektiv bekämpfen. UV-Strahlen (genauer UVC-Strahlen) dringen nicht tief ein und werden daher zur Desinfektion von z.B. Trinkwasser, aber auch Aquarienwasser verwendet. Diese Strahlen werden zwar auch von der Sonne ausgesendet, werden aber von der Atmosphäre rund um die Erde herausgefiltert. Die Gegenstände also einfach in die Sonne zu legen hat also lediglich einen trocknenden Effekt auf die Parasiten-Stadien und ist somit als Definketionsverfahren ungeeinget.

    Außerdem haben sie gegen Oozysten (Eier) verschiedener Parasiten nur eine begrenzte Wirkung und sind eher gegen Bakterien effektiv. UV-Strahlen reduzieren aber beispielsweise Giardien-Stadien und Kryptosporidien-Stadien im Wasser um 99.9%. Der Einsatz von ionisierendenStadien hat sich experimentell wirksam gezeigt, ist allerdings mit hohen Anschaffungskosten für Geräte verbunden und daher in der Praxis nicht anzutreffen.

  • Sedimentation und Filtration
    Diese Verfahren werden vor allem bei der Trinkwasserreinigung und Abwasserreinigung verwendet. Die Parasiten-Dauerstadien werden durch verschiedene Filter (Sandfilter, Tonfilter, Membranfilter) auf Grund ihrer Größe aus dem Wasser filtriert. Zum Beispiel Kryptosporidien-Stadien und Giardien-Stadien können dadurch reduziert werden.

Chemische Desinfektion

Zur chemischen Desinfektion von Ställen, Käfigen, Katzenklos und Terrarien sowie Räumen gegen Parasiten werden verschiedene Mittel eingesetzt, die wir kurz zusammenfassen wollen:
Vorweg: Ein Desinfektionsmittel, das gegen alle Parasiten gleichsam wirkt, gibt es leider nicht!

Was sind „Desinfektionsmittel“?

Desinfektionsmittel sind Substanzen, die gegen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Parasiten sowie Viren wirksam sind. Dabei unterscheiden sich die Mittel allerdings in ihrer Einwirkzeit und ihrem Wirkspektrum und in ihrer Wirkstoffkonzentration. Desinfektionsmittel können allgemein nach ihrer chemischen Struktur eingeteilt werden:

So wird beispielsweise zwischen Alkoholen, quartären Ammoniumverbindungen, Iod-Verbindungen und Phenolen unterschieden. Für viele Parasitenstadien sind allerdings viele herkömmliche Desinfektionsmittel (z.B. auf Alkoholbasis) nicht wirksam genug, weil manche Stadien (Dauerstadien) der Parasiten stabile Hüllen aufweisen. Eier von Echinokokkus granulosus (Hundebandwurm) sind beispielsweise nach 60 Minuten in Äthanol (50-95%) immer noch lebensfähig!

Die meisten gegen Parasiten wirksame Desinfektionsmittel sind auf Phenolbasis und bei der DVG (deutsche veterinärmedizinische Gesellschaft) gelistet:
https://www.desinfektion-dvg.de/index.php?id=2150

Von der DVG Geprüfte Desinfektionsmittel gegen die sogenannten Dauerstadien von Parasiten (in dem Test wurde gegen Spulwürmer und Kokzidien (Eimeria spp.) getestet) in der Tierhaltung sind unter anderem:

  • „Delegol CD 250“ von der Bayer AG (Kresolbasis) à in 3%iger Konzentration nach 2h Einwirkzeit gegen Ascariden-Eier (Spulwürmer) wirksam.
  • „Endosan Forte S Neu“ von W. Schaumann (Kresolbasis) à in 2%iger Konzentration nach 2h Einwirkzeit gegen Askariden-Eier wirksam und in 4%iger Konzentration nach 2h gegen Kokzidien (Eimerien) wirksam.
  • „Neoprednisan 135-1“ von Menno-Chemie (Kresolbasis) à in 2%iger Konzentration nach 2h Einwirkzeit gegen Ascariden-Eier wirksam und in 4%iger Konzentration nach 2h gegen Kokzidien (Eimerien) wirksam.

Wie gehe ich bei der Reinigung des Käfigs /Terrariums vor?

  1. Tiere herausnehmen! Es empfiehlt sich einen geeigneten Ort für die Tiere parat zu haben (z.b. ein Quarantäneterrarium oder einen Quarantänekäfig), aus dem sie nicht ausbrechen können und genug Futter und Wasser für die Zeit der Käfigreinigung haben. Die Tiere kommen erst nach erfolgter Reinigung und nach der Auslüftung wieder in den Käfig/ ins Terrarium.
  2. Reinigung: Alle Oberflächen mit Wasser und Seife reinigen, damit die Erreger aus ihrer Trägersubstanz gelöst und abgespült werden. Bei Heimtierkäfigen sollten auch die Gitter nicht vergessen werden. Das vorherige Einweichen für einige Zeit verbessert den Reinigungseffekt.
  3. Ausspülen: Das Abspülen entfernt die Verschmutzungen auf den Oberflächen. Auch Kot, Urin und andere möglicherweise infektiösen Substanzen (z.B. Speichel) sollen hiermit entfernt werden. Viele Parasiten werden von den Tieren über Kot oder Urin ausgeschieden.
  4. Abtrocknen: Nach dem Reinigen wird alles gründlich abgetrocknet, damit im nächsten Schritt das Desinfektionsmittel nicht mit dem vorher aufgetragenen Wasser verdünnt wird (verringerte Wirksamkeit!).
  5. Desinfektion: Geeignete Desinfektionsmittel gibt es beim Tierarzt oder der Tierärztin, in Apotheken und bei einigen Online-Versandhändlern zu erwerben. Hier gilt es herauszufinden, welches Mittel in welcher Konzentration gegen die Parasiten im Befund wirkt. Je nach Mittel (Gebrauchsanweisung!!!) ist es ratsam eine bestimmte Schutzausrüstung (Handschuhe, Maske, Kittel, Brille etc.) zu verwenden.
  6. Einwirken: Je nach Desinfektionsmittel und Parasiten, die es zu bekämpfen gilt, sind verschiedene Einwirkzeiten zu beachten. Je nach Aufbau der Hüllen der Parasiten, brauchen die Mittel unterschiedlich lange, bis der erwünschte Effekt eintritt.
  7. Abspülen: Nach der vorgegebenen Einwirkzeit sollte das chemische Desinfektionsmittel gründlich mit Wasser abgespült werden, damit keine Rückstände verbleiben, die für die Tiere schädlich sind. Auch empfiehlt es sich das Zimmer zu lüften und die Gegenstände zu trocknen. Beispielsweise für „Neoprednisan“ wird eine anschließende Lüftung von 8 Stunden nach der Anwendung empfohlen, bevor die Tiere zurückgesetzt werden. Währenddessen können die Einrichtungsgegenstände, sowie Futter-& Wassernäpfe, wie oben empfohlen gereinigt und desinfiziert werden.
  8. Einrichten: Nach der Lüftung kann die Einstreu oder das Bodensubstrat erneuert werden, die desinfizierte Einrichtung wieder in den Käfig und die Tiere dürfen wieder in ihr sauberes und hoffentlich parasitenfreies Zuhause einziehen.

Unter Umständen (besonders hartnäckige Fälle) kann eine Erneuerungder Einrichtung notwendig sein, um die Parasiten loszuwerden.

Sonderfall: Desinfektion Katzenklo

Katzen haben sehr hohe hygienische Ansprüche und benötigen ein sauberes Katzenklo, damit sie sich wohlfühlen. Neben der täglichen Entfernung der Klumpen und des Kotes, um einer Geruchsbildung vorzubeugen, sollte einmal wöchentlich eine Komplettreinigung durchgeführt werden. Bildet sich schneller ein unangenehmer Geruch, oder bilden sich vorzeitig vermehrt Klumpen, sollte man das Katzenklo/ die Katzentoilette häufiger reinigen. Wichtig: Es sollte immer ein Katzenklo mehr im Haus sein, als dort Katzen wohnen (x+1 – Regel; x = Anzahl der im Hausstand lebenden Katzen).

Zu beachten ist, dass eine chemische Desinfektion der Katzenklos im Normalfall nicht nötig ist und man davon absehen sollte, es sei denn ein positiver parasitologischer Befund (z.B. Giardien oder Kokzidien) rät dazu.
Von einer chemischen Reinigung mit Essigsäure oder anderen stark riechenden Reinigungsmitteln ist abzuraten, da Katzen sehr empfindlich auf die strengen Gerüche im Katzenklo reagieren können und dieses dann eventuell meiden, also die Katze dann das Katzenklo dann nichtmehr nutzt.
ViPiBaX ® Giardien Ex ist ein Beispiel für ein Präparat, das zur Bekämpfung von Giardien bei Katzen und Hunden eingesetzt werden kann. Es keine leichte Aufgabe, die Dauerstadien (Zysten) im Haushalt vollständig zu entfernen. Die Zusammensetzung besteht aus Kochsalz und einer Natriumhypochlorid-Lösung und kann bei der Entfernung der lästigen Zysten helfen. Das Präparat ist im Handel als Spray (z.B. für das Katzenklo), oder als Wischkonzentrat für den Boden erhältlich.

Im Vordergrund stehen beim Katzenklo also die physikalischenDesinfektionsmaßnahmen! Bei der wöchentlichen Reinigung sollte das Katzenklo mit ausreichend heißem Wasser (>60°C) gründlich gewaschen und anschließend getrocknet werden.
Weitere Maßnahmen sind erst beim Nachweis von Parasiten oder anderen Erregern vorzunehmen.

Parasitennachweis im Terrarium – Desinfektion

Auch für Terrarien gibt es bestimmte Punkte, die nach einem positiven Befund auf Parasiten bei der Bekämpfung und Desinfektion beachtet werden sollten:

  1. Das Bodensubstrat sollte verworfen werden, da sich dort die Parasiten-Stadien (z.B. Eier von Oxyuriden/Oxyuren oder Kokzidien (Isospora spp./Eimeria spp.) sammeln. Es kann zwar auch bei 250°C im Backofen für 45 Minuten erhitzt werden, allerdings ist es sicherer, das Substrat einfach zu erneuern.
  2. Rückwände der Terrarien sollten entfernbar sein, damit man sie bei Bedarf desinfizieren kann. Je nach Material kommen sie ebenfalls in den Ofen (Stein – 30 Minuten bei 270°C, Holzwände – 45 Minuten bei nur 180°C).
  3. Glasterrarien kaufen: Terrarien aus Glas sind besser zu reinigen und zu desinfizieren als ein Holzterrarium. Man kann sie besser abwischen und es gibt keine kleinen Ritzen, in denen sich Parasiten-Stadien „verstecken“ können.
  4. Desinfektionsmittel: bestimmte Desinfektionsmittel, wie das „Neoprednisan“ und das „Lucky Reptile Covi-X“ sind zwar schädlich für die Bewohner des Terrariums (Anwendung nur in Abwesenheit der Tiere), aber notwendig für eine erfolgreiche Bekämpfung der Parasiten (z.B. Kokzidien oder Oxyuriden). Ein gründliches Abspülen und Auslüften nach der Anwendung verhindern, dass sich die toxische Wirkung der Desinfektionsmittel entfaltet.

Quellen:
Internet:

https://www.drhoelter.de/vipibax-giardien-ex.html?number=wdt-29764-p (26.03.21)

https://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/e-cuniculi/ (26.03.21)

https://www.menno.de/home/produkte-nach-anwendungen/tierhaltung-farmhygiene/ (25.03.21)

https://www.bode-science-center.de/center/erregersuche-a-z.html (25.03.21)

https://www.reptiliendoktor.com/therapie-im-terrarium/desinfektion/ (11.04.21)

Bücher:
T. Schnieder „veterinärmedizinische Parasitologie“ 6. Überarbeitete Auflage (2006), Parey, Stuttgart, Kapitel 1.5 „Parasitenstadien als umwelthygienisches Problem“ C. Bauer, pp. 105-110.

W. Löscher, A. Richter „Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Veterinärmedizin“ 4.