Meerschweinchen-Haltung

Katharina Kull

Vor der Anschaffung von Meerschweinchen sollte man sich über einige Dinge Gedanken machen. Aus diesem Grund wurden hier einige Informationen einer erfahrenen Züchterin und Halterin zusammengetragen:

Meerschweinchen sind bewegungsfreudige Tiere, die sich grundsätzlich in einer großen Behausung und in Gesellschaft von mindestens einem Artgenossen am wohlsten fühlen. Meerschweinchen sind Rudeltiere, die in ihrer Heimat Südamerika in großen Familien zusammenleben. Daraus resultiert: Keine Einzelhaltung und ein Käfig-Mindestmaß von mindestens 140x70cm.

Grundversorgung von Meerschweinchen:

Als Einstreu empfiehlt sich eine Lage Späne, Leinenstroh, Hanf-Einstreu und viele mehr. Sie dient als „saugende“ Unterlage. Darüber eine Lage Kurzhalm-Stroh in die Bereiche der Unterstände. Sauberes und staubfreies Heu zur freien Verfügung ist Grundvoraussetzung für eine gute Verdauung. Zur Ernährung später mehr. Ebenso sollte frisches Wasser in einer Nippeltränke (oder einem Napf) bereitstehen.
Neben Heu und Wasser als Grundversorgung sollte Gemüse, Obst, frische getrocknete Kräuter und ggf. Trockenfutter gereicht werden. Dazu mehr unter dem Punkt Fütterung.

Bei Anzeichen von Krankheit, besonders Durchfall, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Dasselbe gilt bei Juckreiz mit Stellen im Fell, oder starkes Speicheln. Meerschweinchen „tarnen“ ihre Erkrankungen meist sehr lange. Das hat den Vorteil, dass in freier Natur so keine Fressfeinde auf das leicht zu erlegende, geschwächte Tier aufmerksam werden. Wenn Symptome zu erkennen sind, ist es schon weit fortgeschritten und oft auch zu spät.

Das Krallen kürzen sollte regelmäßig stattfinden. Das Krallen schneiden lässt man sich sicherheitshalber vom Fachmann zeigen. Ihr Tierarzt oder auch der Züchter helfen hier gern. Unsachgemäßes Kürzen (Verletzung der Ader in der Kralle) führt zu Blutungen. Bei dunklen Krallen sieht man die Blutgefäße nicht so gut, wie bei hellen Krallen im Vergleich. Die Blutungen sind meist erschreckender, als sie aussehen und stoppen nach ein paar Minuten von selbst. Man sollte sie dennoch desinfizieren, damit keine Erreger aus der Umwelt in die kleine Wunde und in das Blut kommen.

Anzahl / Art der Gruppe bei Meerschweinchen:

Meerschweinchen sind sehr gesellige Tiere. In „freier Wildbahn“ leben sie in größeren Rudeln. Meist lebt in einem solchen Rudel ein männliches Tier zusammen mit seinem „Harem“, der aus mehreren Weibchen besteht. Als Haustier gehalten, sollte man den arteigenen Bedürfnissen seines Meerschweinchens so weit wie möglich entgegenkommen. Damit es sich wohl fühlt, braucht es neben artgerechtem Futter und ausreichend Platz (mind. 0,5 qm pro Tier!) einen oder mehrere Artgenossen.

Für die Zusammensetzung der Gruppe gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Bock-Gruppe: bestehend aus zwei oder mehreren Böckchen oder Kastraten (wir empfehlen die Kastration der Böcke).
  2. Weibchen-Gruppe: bestehend aus zwei oder mehreren Weibchen (wir raten von dieser Gruppenkonstellation ab, da hier das Erkrankungsrisiko an Eierstockzysten erhöht ist).
  3. gemischte Gruppe: bestehend aus einem kastrierten Böckchen, zusammen mit einem oder mehreren Weibchen.

Gehege:

Mindestens 140 x 70cm sollten für 2 Meerschweinchen zur Verfügung stehen. Generell gilt aber, je größer, desto besser! Meerschweinchen sind sehr aktive und bewegungsfreudige Tiere, in einem kleinen Käfig werden sie träge, faul und verkümmern.

Die richtige Einstreu:

Im Fachhandel werden viele Einstreuarten angeboten, die für Meerschweinchen geeignet sind, z.B. Hanfstreu, Strohpellets (bitte nicht ohne oben auf liegender Polsterung verwenden), Buchengranulat oder das normale Kleintierstreu. Mindestens einmal pro Woche muss das Gehege gründlich gereinigt werden. Bitte verwenden Sie keine Katzenstreu. Die Klumpstreu wird evtl. gefressen und kann im Magen der Tiere verklumpen und zum Tode führen. Die normale Katzenstreu kann bei Verzehr giftig sein.

Zubehör

Unentbehrlich ist ein Platz für das tägliche Heu. Heu kann auf viele verschiedene Arten angeboten werden. Natürlich darf eine saubere Trinkflasche nicht fehlen (zum Säubern ein paar Reiskörner in die Flasche geben, Wasser drauf und ordentlich schütteln). Feste, schwere Futternäpfe, die nicht umgestürzt werden können, eignen sich ebenfalls.

Einrichtung:

Es empfiehlt sich für jedes Meerschweinchen ein eigenes Haus bereitzustellen. Wählen Sie die Häuser ausreichend groß (min. 40 x 30 cm!) Jedes Haus muss min. 2 Eingänge haben, damit die Tiere es jederzeit wieder verlassen können. Um die Käfigfläche zu vergrößern, sollten Sie Häuser mit Flachdach verwenden. Somit können die Tiere auch auf der zusätzlichen Fläche verweilen. Häuser aus Plastik sollten nicht verwendet werden, da in innen keine ausreichende Luftzirkulation herrscht und schädliche Stoffe aufgenommen werden können, wenn die Meerschweinchen daran nagen. Bei gekauften Häusern ist dringend drauf zu achten, dass evtl. vorhandene Fenster (runde Löcher) vergrößert oder ganz verschlossen werden, schon häufig sind Meerschweinchen in den zu kleinen Fensterlöchern hängen geblieben.

Etagen:

Etagen gibt es in verschiedenen Größen, entweder direkt ins Gitter geklemmt oder auch als flexible Etage ins Gehege gestellt. Etagen stellen optimale und tiergerechte Unterschlüpfe dar und vergrößern die Käfigfläche. Ideal sind Holzetagen, welche lackiert werden sollten. Geeignet sind spezielle, ungiftige Lacke, die für Kinderzimmereinrichtung verkauft werden und „sabber-sicher“ sind. Durch die Lackierung wird die Reinigung und Desinfektion vereinfacht. Rampen: Damit die Meerschweinchen problemlos auf die Etagen kommen, sollten Rampen angebracht werden. Zwar springen jüngere Tiere problemlos auf die Etagen rauf, aber kein Meerschweinchen bleibt ewig jung. Die Rampen sollten in einem Winkel von 20 – 30 Grad angebracht werden.

Hängematten:

Besonders beliebt sind bei unseren Meerschweinchen die Hängematten. Die Hängematten sollen ungefähr 45 x 30 cm groß sein, gern auch größer. Idealerweise werden sie ungefähr 20 cm über dem Boden vom Gehege angebracht. Die Hängematten können mit Bändern, Karabinerhaken oder auch Wäscheklammern am Gitter oder an den Etagen befestigt werden.

Kork:

Natürlicher und schöner als Häuser sind Korkröhren, Korkrampen und Korkhöhlen die sie in vielen Varianten im Zoofachhandel erwerben können. Eine große Auswahl Korkröhren finden Sie in den Aquaristik-Abteilungen der Zoofachgeschäfte. Man sollte auf den Durchmesser achten, um eventuelles Steckenbleiben zu verhindern!

Kosten:

Die Anschaffung:

Weibliche Meerschweinchen kosten, je nach Rasse und Farbe, im Schnitt zwischen 30 und 70 Euro, „fertige“ Kastraten, also kastrierte Böcke, gibt es im Schnitt zwischen 50 und 80 Euro. Für eine Unterkunft müssen 80 bis 200 Euro je nach Größe investiert werden. Hinzu kommt die Grundausstattung für den Käfig (Häuschen, Heuraufe, Wasserflasche und Futternapf). Hierfür kommen noch einmal ca. 30 bis 50 Euro dazu. Somit kann die Anschaffung eines Pärchens (Kastrat und Sau) ca. 80 -130 Euro, sowie die Ausstattung ca. 120 bis 250 Euro zusammen kosten.

Futterkosten pro Woche:

Heu ist das wichtigste Nahrungsmittel für Meerschweinchen! Es ist sehr wichtig für die Zähne und für die Verdauung. Die Kosten hierfür variieren, je nach Bezugsquelle. Im Onlinehandel bekommt man qualitativ gutes Heu für 15 Euro je 10 kg, beim Bauernhof kosten 20 kg ca. 3,50– 6,50 Euro. Zusätzlich fressen unsere kleinen Freunde 2-3 Salatköpfe (1,00 – 3,75 Euro), 1-2 Gurken (0,50 – 2,25 Euro), 1 Fenchel (ca. 1,50 Euro), 2 Tomaten (0,50 Euro) und vieles mehr an Gemüse (+ 2,50 Euro). Je nach Haltungsart eventuell noch etwas Trockenfutter und Kräuter (1 bis 3 Euro). Die laufenden Futterkosten für 2 Meerschweinchen können in der Woche ca. 10 bis 16 Euro betragen.

Andere laufende Kosten:

Einwegstreu (auch hier ist die Marke „Preis“ ausschlaggebend) kostet in der Woche zwischen 1 und 3,75 Euro. Es empfiehlt sich größere Packungen zu kaufen, da diese meistens viel günstiger sind und weniger stauben. Allerdings gibt es inzwischen auch Alternativen zur Kleintierstreu (Späne) wie zum Beispiel Hanfstreu oder Fleece-Haltung.

Kleinere Wehwehchen und Behandlungen beim Tierarzt liegen zwischen ca. 10 und 40 Euro. Es empfiehlt sich auch hier Vergleiche zu tätigen, denn auch Tierärzte kosten bei gleicher Behandlung nicht gleich viel, allerdings sollte hier noch mehr auf die Qualität eines Tierarztes geachtet werden (ob er sich also mit Meerschweinchen auskennt; z.B. Fachtierarzt für Kleinsäuger oder kleine Heimtiere) als auf den Preis. Wie ihr anhand der oben aufgeführten Kostenaufstellung feststellen könnt, sind Meerschweinchen nicht gerade günstig und dies sollte unbedingt bei einem Kauf berücksichtigt werden, denn nichts ist schlimmer als festzustellen, dass man sich ein Tier gar nicht leisten kann und es dann abgeben muss.

Fütterung:

Anatomie: Grundsätzlich ist die Verdauung der Meerschweinchen recht anspruchsvoll und es gibt einige Besonderheiten zu beachten. Fütterungsbedingte Erkrankungen stellen einen hohen Teil der vorstelligen Fälle beim Tierarzt/ bei der Tierärzin dar. Sie können durch eine ausgeglichene Ernährung verhindert werden. Um die Verdauung der Meerschweinchen zu verstehen, muss man sich die Anatomie vor Augen halten.

Bereits in der Maulhöhle treffen wir die ersten Besonderheiten: die Zähne von Meerschweinchen wachsen ein Leben lang stets weiter und müssen durch einen hohen Rohfaseranteil im Futter stets abgerieben werden (Bereitstellen von Heu). Es ist ein Irrtum, dass die Zähne durch besonders harte Lebensmittel (z.B. altes Brot) abgerieben werden. Viel mehr zählt der Rohfaseranteil im Heu, weil dadurch die mahlenden Bewegungen beim Kauen unterstützt werden. Zum Abnutzen der vorderen Zähne kann man regelmäßig frische Zweige anbieten. Besonders beliebt sind Zweige vom Apfel – oder Kirschbaum sowie Haselnusszweige. In extremen Fällen können die Zähne sehr lang werden und einwachsen. Außerdem können die Backenzähne wie eine Art Brücke über die Zunge aufeinander zuwachsen und damit die Zunge einklemmen. Daher sollten die Zähne und die Maulhöhle stets kontrolliert werden und müssen bei Bedarf beim Tierarzt gekürzt werden. Eine kritische Hinterfragung der Fütterung ist dann in jedem Fall indiziert!

Der Magen der Meerschweinchen verfügt, im Gegensatz zu den größeren Haustieren, über eine sehr dünne Muskelschicht (Tunica muscularis). Diese sorgt durch ihre Kontraktionen unter anderem dafür, dass das Futter in den Darm weitergeleitet wird. Da diese Schicht bei den Meerschweinchen so dünn ist, benötigen sie stetige Futterzufuhr „von oben“, um mit dem frischen Futter den Nahrungsbrei weiterzuschieben. Es ist also essenziell, dass Meerschweinchen immer Zugang zu frischem und sauberem Heu haben. Man spricht von einem sogenannten „Stopfmagen“. Verweilt das Futter zu lange im Verdauungstrakt, kommt es schnell zu einer gestörten Darmflora und damit einhergehenden Symptomen (z.B. Aufgasungen, Durchfall).

Die Blinddärme der Meerschweinchen sind im Verhältnis zum Tier sehr groß und doppelt ausgebildet. Sie dienen unter anderem der Produktion des „Blinddarmkotes“, der etwas weicher geformt ist als der „normale Kot“ der Meerschweinchen. Der Blindarmkot enthält auch Darmbakterien und das Aufnehmen hilft der „Gesunderhaltung“ der Darmflora des Meerschweinchens. Die Tiere müssen ihren Blinddarmkot fressen, weil sie dadurch lebensnotwendige Vitamine zu sich nehmen. Die durch das Futter aufgenommenen B-Vitamine können erst für den Organismus verwendet werden, wenn sie den Darmtrakt zwei Mal durchwandert haben.

Neben Heu sollten unsere Meerschweinchen täglich frisches Gemüse bekommen, um ihren Vitaminbedarf zu decken. Dabei ist vor allem in Paprika viel Vitamin C enthalten. Da Meerschweinchen (wie wir Menschen) nicht in der Lage sind, Vitamin C selbst bereitzustellen, muss das Vitamin ausreichend über die Nahrung aufgenommen werden (10-20 mg pro Tag für ein erwachsenes Meerschweinchen). Vitamin C nimmt einige lebenswichtige Funktionen im Körper der Meerschweinchen ein. Ein Mangel kann auch bei Meerschweinchen, wie beim Menschen auch, unschöne Folgen haben (z.B. erhöhte Anfälligkeit für Infektionen bis hin zu Todesfällen).

Wie viel Frischfutter benötigt ein Meerschweinchen?

Pro Tag sollte ein Tier etwa 20% des Körpergewichtes an Frischfutter erhalten. Das wären bei einem Meerschweinchen mit 1000g Körpergewicht 200g Frischfutter. Für eine ausgewogene Ernährung braucht es auch etwas Abwechslung im Futterplan. Eine Futterumstellung sollte bei Meerschweinchen allerdings stets vorsichtig und langsam erfolgen. Plötzliche Futterumstellungen können zu einem gestörten Verhältnis der Darmbakterien (Dysbakteriose) führen.

Tiere in Außenhaltung verbrauchen in der kalten Jahreszeit auch mehr Energie. Diesen erhöhten Bedarf kann dann ein gutes Trockenfutter decken. Dabei sollte auf Qualität und Menge geachtet werden, denn zu viel Trockenfutter kann die Verdauung ebenfalls irritieren.
Gerne mögen unsere Schweinchen auch getrocknete oder frische Kräuter. In Maßen gefüttert können sie den Meerschweinchen gut bekommen. Zu viele Kräuter sollten auf Grund des hohen Calciumgehaltes nicht gefüttert werden.

Gemüse: Karotten, Salatgurke, Eichblattsalat, Eisbergsalat, Endiviensalat, Feldsalat, Römersalat, Zucchini, Tomaten ohne Grün (das Grüne enthält giftiges Solanin), Fenchel, Paprika, Grünkohl, Sellerie (Knolle und Staude), Spargel, Futterrüben

Wenig füttern: Karottengrün und Petersilienwurzeln (hoher Calciumgehalt), Kopfsalat (nitrathaltig), Kohlrabi (blähend), Blumenkohl und -blätter (blähend), Broccoli (blähend), viel Oxalsäure ist in Mangold, rote Bete, Chicorée, Spinat.

Obst:Nicht übertreiben. Obst enthält Zucker und teilweise Säuren. Beides schadet den Zähnen und der Darmflora! Birnen (alle Sorten), Äpfel (alle Sorten) Brombeeren, Clementinen, Weintrauben, Ananas, Aprikosen, Banane, Melonen (alle Sorten), Kiwi, Kürbis, Orange

Futterpflanzen:

Löwenzahn, Wiesengras, Spitz- und Breitwegerich, Wicke, Gänsefuß, Huflattich, Scharfgabe, Kamille, Brennnesseln, Salbei, Beifuß, Wiesenschafgarbe, Melde, Mais (ganze Pflanze), Sonnenblume (ganze Pflanze), Vogelmiere, Gänseblümchen, Giersch, Gänsefingerkraut, Topinambur (Knolle und Blätter), Fette Henne

Verhalten / Lautsprache:

Das mit Abstand populärste aller Meerschweinchen Geräusche ist, ein sehr lautes, sich wiederholendes Pfeifen bzw. Quieken. Die Meerschweinchen geben es oft von sich, wenn es Futter gibt. Sehr auffallend ist, dass, die Meerschweinchen dieses Geräusch untereinander nicht verwenden – es scheint ein Bettellaut zu sein, den sie nur gegenüber dem Menschen zu äußern scheinen.

Laute quietschende, fast schreiende Töne, geben Meerschweinchen von sich, wenn ihnen etwas äußerst missfällt oder sie Schmerzen haben. Es kann bei misslungenen Vergesellschaftungen vorkommen, bei Futterstreit untereinander aber auch bei blutigen Rangkämpfen von Böcken bzw. bei Beißereien. Ebenso können diese Töne vorkommen, wenn ein Tier gegen seinen Willen hochgehoben oder unsanft angefasst wird.

Die leisen, gluckernden und murmelnden Geräusche: Man hört sie fast ständig, am auffälligsten, wenn die Meerschweinchen zusammen eine neue Umgebung erkunden oder nach bzw. während dem Fressen. Es wird vermutet, dass dies eine Art Unterhaltung zwischen den Tieren darstellt. Meerschweinchen begeben sich oft im Gänsemarsch auf die Erkundung von neuen unbekannten Gebieten. Dabei wird dieser «Zug» in der Regel von einem mutigen, neugierigen oder ranghöheren Tier angeführt. Auch Jungtiere folgen auf diese Weise bei größeren Erkundungen dem Muttertier.

„Brommseln“: Dieser brummende Laut wird fast immer von Böcken, welche um ein Weibchen werben, gezeigt. Dabei wackelt der Bock mit dem Hinterteil, geht hochbeinig und stellt die Nackenhaare auf. Der Laut im Zusammenspiel mit dem Verhalten wird auch von Böcken untereinander verwendet, um den Rivalen einzuschüchtern bzw. zu beindrucken. Selten findet man dieses Verhalten bzw. Lautsprache auch bei sehr dominanten Weibchen.

Das Zwitschern bzw. Zirpen ist mit Abstand das seltenste aller Meerschweinchen Geräusche. Es erinnert eher an das Zwitschern eines Vogels uns ist im ersten Moment etwas befremdlich. Meerschweinchen zwitschern meistens in der Dämmerung oder in der Dunkelheit. Wenn ein Meerschweinchen zwitschert, hören die anderen Tiere in der Gruppe wie erstarrt aufmerksam zu. Was dieses Zirpen genau bedeutet, ist bislang jedoch noch unklar. Es wird vermutet, dass dieses Geräusch eine Art Warnruf sein könnte. Da das Zwitschern über sehr weite Strecken hörbar ist, könnte es auch eine Art Kommunikation zwischen mehreren Meerschweinchen Gruppen bzw. eine Art Territorialverhalten sein. Andere Quellen vermuten, dass manche Weibchen während der Brunst zwitschern. Am wahrscheinlichsten ist jedoch die Theorie das Meerschweinchen bei sozialer Überforderung bzw. zum Stressabbau zwitschern. Wie z.B. bei Unklarheiten in der Rangordnung, oder bei Krankheit oder nahendem Tod eines Tieres.

Lautes Zähneklappern ist eine Warn- und Drohgebärde. Wenn das Tier beim Zähneklappern den Kopf erhebt und das Fell sträubt, kann dies auch ein Vorbote für einen Rangordnungskampf sein. Dieses Warngeräusch wird auch dem Menschen gegenüber eingesetzt. Klappert ein Meerschweinchen mit den Zähnen, solltest du es nach Möglichkeit in Ruhe lassen, ansonsten kann es schon mal sein, dass du gebissen wirst. Wenn sich das Meerschweinchen jedoch durch kein anderes Tier angegriffen oder gestört fühlt und leise mit den Zähnen klappert, kann dies ein Zeichen für Stress oder gar Schmerzen sein.

Das Aufreiten wird oft als reiner Sexualakt gedeutet, was es aber nicht ausschließlich ist. Meistens kommt es nach entsprechender Werbung mit „Brommseln“ in der Regel zum Sexualakt durch das Aufreiten. Allerdings spielt dieses Verhalten innerhalb der Gruppe auch unter gleichgeschlechtlichen Tieren eine große Rolle.

Es ist ein Dominanzverhalten, wobei das dominantere Tier das Unterlegene besteigt. Vor allem in reinen Bockgruppen kommt es nicht selten zum Aufreiten.

Wenn ein Meerschweinchen erstarrt, hat es sich vor irgendetwas erschreckt oder einen Warnruf von anderen Meerschweinchen vernommen. Indem es sich nicht bewegt, ist es für Fressfeinde deutlich schlechter sichtbar. Wann sich Meerschweinchen für das Erstarren oder Flucht entscheiden, ist davon abhängig, wie nah die nächste Fluchtmöglichkeit ist.

Meerschweinchen sind Fluchttiere und rennen bei Gefahr und Bedrohung in ihre Verstecke. Dies besonders bei schnellen Bewegungen von oben und lauten Geräuschen.

Beim sogenannten „Popcornen“ springt das Meerschweinchen mit allen vier Füssen gleichzeitig in die Luft und verdreht dabei den Körper. Oft wird dabei auch kurz gequiekt. Das „Popcornen“ kann dabei von plötzlichen Rennattacken unterbrochen sein. Insbesondere bei Jungtieren ist dieses Verhalten häufig zu beobachten. „Popcornen“ ist ein Zeichen von Freude und Ausgelassenheit. Meerschweinchen popcornen häufig, wenn sie nach draußen in den Auslauf dürfen oder sie in ein frisch gereinigtes Gehege gesetzt werden.

Manchmal kommt es vor, dass ein Meerschweinchen ein anderes hinter dem Ohr oder am Auge leckt. Dies ist eine Geste der Zuneigung. Oftmals trösten sie damit auch ängstliche oder kranke Tiere. Wenn Meerschweinchen mit dem Po über den Boden rutschen oder reiben, markieren sie auf diese Art ihr Revier. Denn am Po des Meerschweinchens befindet sich die Perinealtasche, eine Hautausstülpung, in der die Perinealdrüsen enden. Diese Drüsen bilden ein Sekret, das sich in der Perinealtasche sammelt und dort seinen typischen, sehr penetranten Geruch.

Das Verspritzen von Urin ist eine Abwehrreaktion. Meerschweinchen-Weibchen können, wenn ihnen ein anderes Meerschweinchen zu nahekommt, bis zu einem Meter weit Urin verspritzen. Dies kann z.B. bei Streitigkeiten oder bei zu argem Bedrängen durch einen Bock vorkommen.

Wir hoffen mit diesem gemeinsamen Gastbeitrag einige Fragen über die Meerschweinchen-Haltung beantwortet und die wichtigsten Punkte erwähnt zu haben, die nicht außer Acht gelassen werden sollten! Vielen Dank fürs Lesen!

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